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Teil VI - Das fliegende Schiff

Rosemary
 
Die Tiere liefen herum und fragten sich, was sie als nächstes tun sollten, als Miffe plötzlich rief: „Was in aller Welt ist das?“ Sie alle sahen in die Richtung, in die er zeigte, und dort am Horizont war ein ziemlich merkwürdiger schwarzer Punkt, der ausschaute, als würde er sich bewegen und auf sie zukommen. „Du meine Güte, was ist denn da los?“ quietschte Fry, der selbst in guten Zeiten nicht unbedingt ein mutiger Kater war. Während sie in die Ferne starrten, bemerkten sie, dass der Punkt Form annahm, und diese Form war ein Schiff.

Das Schiff segelte über den Horizont auf sie zu: es war ein großes Segelschiff mit drei Masten und mit aufgeblähten Segeln - ein wundervoller Anblick, wie es mit wehenden Flaggen durch den blauen Himmel dahersegelte. Alle Leute, die dort unten standen, schauten mit großem Erstaunen zu, als das Schiff langsam und ganz sanft auf einer Wiese im Zoo landete. Nach einer Weile öffnete sich an der Seite des Schiffes eine Luke, ein Landungssteg wurde ausgeklappt, und ein Mann trat heraus. Floyd, Fry und Lila kreischten “Daddy!!!” und stürmten auf ihn zu, strichen ihm um die Beine und schnurrten laut. „Ich habe dieses Schiff für euch gebaut“, sagte er bescheiden.

Allemann folgten ihm den Landungssteg hinauf ins Schiff. Innen war es sogar noch geräumiger als außen. Es sah einem Tardis (danke, Dr. Who!) sehr ähnlich, und überall standen Spezialmaschinen. „Ich glaube, es ist jetzt an der Zeit, nach Hause zu fahren“, sagte er, „eure Mamis haben mit mir gesprochen und mir von Captain Yeo erzählt. Bevor sie sie nach Hause fuhr, haben sie etwas für sie hergerichtet“, und er zeigte hinter sich auf einen großen Tisch. Dort stand ein riesiger, wunderschöner Blumenstrauß - Frühlingsblumen wie Osterglocken und Narzissen, und mitten darunter waren ganz besondere Blumen, wie kleine Sterne, die funkelten, und andere mit kleinen flauschigen Wölkchen, die um sie herum kreisten - es war der größte und schönste Blumenstrauß, den man sich nur vorstellen konnte. „Die Mamis haben mit dem Strauß eine Botschaft hinterlassen“, sagte er, und auf der Karte zum Blumenstrauß stand: „Für Captain Yeo, mit Dank für unser aufregendes Abenteuer. All unsere Gedanken sind bei dir: wir sind froh darüber, dich in dieser Geschichte kennengelernt zu haben, wenn auch nicht in Wirklichkeit.
Mit vielen lieben Grüßen …“, und sie alle hatten mit ihrem Namen unterschrieben.

„Nun müssen wir ihn auch überbringen“, sagte Shane, denn so hieß er. „Kommt her und geht alle auf euren Platz.“ Und all die Tiere legten Hand an die Seile, wie man sie auf einem Segelschiff hat, und das Schiff erhob sich langsam wieder gen Himmel. Die Segel blähten sich im Wind, und hinauf ging’s, über die Baumwipfel hinweg, und sie fuhren dem Ort entgegen, an dem Captain Yeo lebte. Das Schiff landete auf einem Dach in der Nähe, und die Tiere nahmen den Blumenstrauß und trugen ihn behutsam vor sich her.
Bei Captain Yeo war niemand zu Hause, aber zum Glück stand ein Fenster einen Spalt offen.
Sie kletterten hinein und stellten den Blumenstrauß auf einen Tisch, damit sie ihn dort vorfand, wenn sie wieder nach Hause kam.

Sie gingen wieder zum Schiff zurück, und es war an der Zeit, nach Hause zu fahren. Das Schiff erhob sich erneut in den Himmel, zum großen Erstaunen all derer, die dort unten standen. Maste und Takelage knirschten, als der Wind die Segel blähte, und die Stadt Berlin unter ihnen wurde kleiner und immer kleiner. Allmählich waren die Bäume nur noch kleine Flecke, und die Gebäude sahen aus wie Kästchen.
„Wir müssen zuerst nach Nürnberg, um Flocke und ihren Freund abzuliefern“, sagte Delilah. Also fuhren sie weiter gen Südwesten und segelten die wunderschöne deutsche Landschaft entlang. Großstädte und kleinere Städte und Felder lagen unter ihnen, und die Tiere schauten aus den Bullaugen hinaus. Schließlich erreichten sie Nürnberg und landeten im dortigen Zoo.

Es war bereits ziemlich dunkel, und nur die Zootiere konnten sie sehen. Der Steward trug Flocke in ihrem Körbchen den Landungssteg hinunter und drehte sich um, um ihnen zum Abschied zuzuwinken. „Ich habe jetzt hier einen Job - neulich habe ich mit dem Oberpfleger gesprochen, und er sagte mir, ich könne sofort anfangen, da mir TD alles über das Aufziehen von Eisbärenbabys erzählt hat.“ Auch Flocke winkte mit ihrer winzigen Tatze zum Abschied, und sie beide gingen hinein. Wenn ihr also mal zum Nürnberger Zoo kommt, dann schaut euch nach dem Pfleger mit der pelzigen weißen Stirn um - er ist Flockes ganz spezieller Freund ...

Anschließend segelte das Schiff wieder davon, einem Ort irgendwo im Süden Deutschlands entgegen, wo, so glaube ich, Samson und Delilah herstammen, und landeten in der Nähe ihres Hauses. Auch sie drehten sich um und winkten ihren Freunden zum Abschied zu, bevor sie ins Haus gingen, um Doro II von ihren Abenteuern zu erzählen! Dann musste das Schiff in den Norden nach Schweden fahren, und Miffe ging nach Hause zu Mervi!

Dann ging’s weiter auf die große Reise über den Nordpol hinweg: Die Tiere schauten über die Reling und sahen Eisbären und Walrosse auf dem Schnee. Das Schiff segelte über Nordamerika hinweg, um hier und dort die Tiere abzuliefern, und dann nahm man Kurs auf Südamerika. Es wurde immer heißer, als sie den Äquator überquerten, und das Schiff segelte Brasilien entlang nach Argentinien.
Als sie nach Buenos Aires kamen, war es Zeit für Oso, auf Wiedersehen zu sagen, und dann drehte sich das Schiff im Wind und segelte Luisas Zuhause in Sao Paulo zu. Star miaute ganz leise „Auf Wiedersehen“, bevor sie ins Haus zu Luisa huschte.

Dann ging’s wieder zurück über den Atlantik nach England: die Winterstürme waren in vollem Gange, und die Küste unter ihnen war bergig. Die Winde bliesen heftig, aber dessen ungeachtet segelte das Schiff über die Himmel und landete schließlich in London, wo Sarah darauf wartete, dass ihre Katzen nach Hause kamen. „Hallo alle miteinander“, rief sie, „ich freue mich so, euch zu sehen, und schaut euch doch nur dieses Schiff an - ganz erstaunlich!“ „Oh, wir hatten einen Riesenspaß“, riefen sie alle zusammen.

Dann segelte Shane mit seinen Katzen heimwärts, und Floyd, Fry und Lila flitzten den Landungssteg hinunter geradewegs in die Küche, wo das Katzenfutter stand, und begannen zu futtern, als wären sie nie fortgewesen. Was nun das Schiff anbetrifft …

”Ich frage mich, was wir damit machen sollen“, sagte Rosemary.
„Hmmm, was bloß …“, und sie fummelte an einigen Knöpfen im Kontrollraum herum, nahe an dem großen Steuer. Lichter zuckten auf und merkwürdige Geräusche erklangen, als sich das Schiff langsam drehte und dann aufrichtete …
„Es hat auch eine WARP-Maschine! Ich erinnere mich daran, was Captain Kirk am Schluss von Star Trek IV sagte - „zweiter Stern rechts und dann immer weiter geradeaus in den Morgen hinein“ - vielleicht sollten wir das eines Tages machen ......

Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage - ENDE -

Diese Geschichte ist "Captain Yeo" gewidmet, unserer knutianischen Freundin. Gott segne dich.