Willkommen! Bienvenue! Welcome!

Teil V - Im  Zoo

Die Katzen und Hunde staunten nicht schlecht, als Wolfgang von Rottweiler ihnen erzählte, was der Pilot gesagt hatte, und sie alle versammelten sich um den Korb, um einen Blick darauf zu werfen. „Schaut doch mal, wie winzig sie ist“, sagten sie, als sie alle das kleine Eisbärenbaby anschauten, das schlafend in seinem Körbchen lag. „Ich glaube, wir brauchen Unterstützung, um auf sie aufzupassen - sie ist doch noch ein kleines Baby“, sagte Rocco.

Zum Glück waren sie mittlerweile ganz nah beim Zoo, und einige der Tiere konnten sich einen zooeigenen Schubkarren von einem freundlichen Tierpfleger ausborgen. Vorsichtig hoben sie den Korb in den Schubkarren, an dessen Seite „Bären“ stand. „Da haben wir aber Glück”, sagte Harry, “wenn wir im Zoo ein Schild finden, auf dem “Bären” steht, finden wir vielleicht jemanden, der uns dabei helfen kann, auf die kleine Flocke aufzupassen.“

So wechselten sie sich beim Schieben ab, an jedem Griff eine Katze oder ein Hund, und schoben den Schubkarren die Wege im Zoo entlang.
Sie gingen an den Pinguinen vorbei, den Elefanten, den Nilpferden und sahen alle möglichen Tiere. Schließlich kamen sie an einen Platz mit einem großen See. Dort stand ein Schild mit dem Schriftzug „Eisbären“. Das ist gut, so dachten sie alle - hier sind wir wohl richtig. Und draußen auf der Insel inmitten des Sees waren vier sehr große Eisbären.

“Ich frage mich, wo Knut ist”, sagte Yamuna und schaute sich um. „O schau mal, da ist noch ein anderes Schild“, und um die Ecke war ein weiteres Gehege mit einem Wassergraben. Dort standen viele Leute mit Kameras, und einige davon trugen Schals mit einem Eisbären drauf.
„Hier muss es sein“, sagte Fry ganz aufgeregt. Und so war es auch, auf der anderen Seite des Grabens war Knut!!!
Sie drängten sich um das Gehege herum und kletterten sich gegenseitig auf die Schultern, um besser sehen zu können, und dann riefen sie alle “Hallo Knut!” Er schaute zu ihnen hinüber und winkte ihnen mit den Tatzen einen Gruß zu - und dann rief er zu ihnen herüber:

“Ihr seid sicherlich meine besonderen Gäste - ich habe eine Email von Mervi auf meinem Knuputer bekommen. Dort stand, dass ihr mich besuchen wollt! Wenn ihr um die Ecke zu der Tür geht, auf der „Bären“ steht, und klopft, dann wird euch jemand hereinlassen! Bis in einer Minute dann!“

Also schoben sie den Schubkarren um die Ecke, und dort war tatsächlich die Tür. Sie klopften, und die Tür wurde von einem großen Mann in Armeehosen geöffnet, der einen Pferdeschwanz hatte und einen goldenen Ohrring trug. „Hallo“, sagte er freundlich, „bitte kommt doch herein - Knut hat mir erzählt, dass ihr sein Besuch seid!“


All die Katzen und Hunde gingen dann durch das Tor und schoben dabei den Schubkarren. Der große Mann sagte: „Was habt ihr denn da?“ und sie zeigten ihm das winzige Eisbärenbaby in seinem Körbchen. „Sie ist unsere Freundin, aber sie ist noch so klein, und wir glauben, dass wir jemanden brauchen, der mit auf sie aufpasst“, sagte Bodhi. „Nun, dann seid ihr hier an der richtigen Stelle“, sagte der großgewachsene Mann. „Ich habe sehr viel Erfahrung mit kleinen Eisbären.“
„Oh, wie gut“, sagte Oso.

Dann kam Knut durch das Tor aus seiner Höhle herein. Sie waren erstaunt, wie groß er war: sein Fell war ganz weiß, weil er gerade vom Schwimmen kam, und sehr dick und fluffig. Er sagte zu dem großen Mann: „Glaubst du, wir könnten für unsere Gäste eine Erfrischung bekommen? Bitte. Vielleicht einige Croissants, Fisch und Fleisch - ich bin sicher, dass sie auch nichts gegen einen Drink einzuwenden hätten!“

Also ging der große Mann mit den Armeehosen hinaus und kam mit einigen gefüllten Eimern zurück und etwas Spezialmilch für Flocke, und sie alle feierten dann eine tolle Party mit Knut ...  

Miffe, der furchtlose Kater von Mervi (ebenso furchtlos wie seine Mutter Mervi), kam hinter dem Baum hervor und stellte sich Doc Schüle vor. Doc Schüle hielt inne, schaute zurück, und ein breites Lächeln zog über sein Gesicht. Es kommt eben nicht sehr häufig vor, dass er als Tierarzt Tiere wirklich kennenlernt, aber dieser mutige Kater hatte sich ihm gestellt und „hallo“ gesagt. Miffe sah die anderen an und sagte: „Es ist okay, er ist harmlos und trägt keine Nadeln oder komisch aussehende Instrumente bei sich! Kommt doch her und lernt ihn kennen.“

Eines nach dem anderen kamen die Tiere langsam aus ihrem Versteck und sagten „Hallo!“ Die Freundlichkeit der Tiere trieb Doc Schüle die Tränen in die Augen. Er sagte: „Ihr müsst ganz besondere Tiere sein, so mutig und freundlich. Ich wette, eure Mütter sind auch Knutianer!“ Alle zusammen sagten sie: „Ja! Wie haben Sie das herausgefunden?“ Doc Schüle lächelte und sagte: „Ich habe noch nie einen Knutianer getroffen, der nicht freundlich und warmherzig war.“ Er fragte sie nach ihrem Ziel, und sie alle sagten: „Wir wollen Knut sehen!“ Er sagte, sie sollten auf sich aufpassen und im Berliner Zoo Spaß haben, stieg wieder auf sein Fahrrad und fuhr davon ...

Doro II
Doc Schüle radelte schneller als der Wind, um den schnellen Weibern von Berlin zu entkommen ...
Hatten alle Tiere Doc Schüle begrüßt? Alle bis auf eines. Delilah hockte auf einem Baum. Sie hatte sich dort versteckt. Wie immer, könnte man hinzufügen. Angsthase, rief Herr von Rottweiler und bellte wie verrückt. Für einen Augenblick hatte er seine Rolle als Führer der KFA vergessen und benahm sich wie ein ganz gewöhnlicher Hund. Wir müssen sie so schnell wie möglich runterholen. Sie schauten sich nach Hilfe um, aber niemand kam. Ihre Mamis hatten sich versammelt, um TD beim Füttern der Nasenbären zuzusehen. Ich habe mir vorgenommen, meinem Mann zum Geburtstag einen goldenen Ohrring zu schenken, sagte eine der Damen. Sieht das nicht toll aus?

 Dr. B., der zufällig des Weges kam und ein Gesicht zog, als hätte er in Knutis Zwiebel gebissen, murmelte etwas wie “langes eingeöltes Haar ... attraktiv … wilde Herde … total übergeschnappt … le zoo c’est moi …“, aber die Damen achteten nicht auf ihn und fuhren fort, die - ähm - Nasenbären zu bewundern. Ich glaube, ich habe Prince Charming vorbeiradeln sehen, sagte eine andere Dame. O mein Gott, ist der groß! Und schaut doch die niedlichen Ohren an … *seufz*. Ihre Haustiere waren völlig in Vergessenheit geraten, zumindest für eine Weile.

Na ja, dann sind wir also auf uns gestellt, sagte Floyd. Hat irgendjemand ein Sprungtuch? Ich habe eine Kuscheldecke mitgebracht, die übrig war, sagte Harry. Das genügt, sagte Herr von Rottweiler. Delilah, nimm deinen ganzen Mut zusammen und spring! Delilah aber blieb sitzen, wo sie war, und fing an zu zittern. Ich habe solche Höhenangst, behauptete sie. Wenn ich runterschaue, wird mir schwindelig. Ich habe die perfekte Lösung, sagte Miffe. Erinnert ihr euch an Dr. Ochs und sein Betäubungsgewehr? Irgendjemand sollte ihn holen. Um Himmels willen, quietschte Delilah, auf keinen Fall.
Ich werde meinen Po oder irgendeinen anderen Körperteil doch keinesfalls als Nadelkissen benutzen lassen. Bleibt ruhig, in einer Minute bin ich unten.
Zu spät. Dr. Ochs, der zufällig vorbeikam, hatte bereits den Betäubungspfeil abgeschossen (den er überall mit hinnahm, da er sich ohne unvollständig fühlte) - und sein Ziel verfehlt. Der Pfeil traf Herrn von Rottweiler, der einen Seufzer ausstieß und das Bewusstsein verlor. Na toll, schrie Oso, jetzt haben wir keinen Führer mehr.
Wickeln wir ihn doch in meine Kuscheldecke ein, sagte Harry, und dann tragen wir ihn in Knutis Höhle …

Rosemary

Aber besser noch, sagte Miffe, wir haben doch diesen großen Schubkarren - ich bin sicher, dass Flocke nichts dagegen hat, ihren Platz mit ihm zu teilen. Flocke nuckerte sanft und nickte mit dem Kopf, und die Tiere schoben sie behutsam nach vorn, so dass sie auch für Wolfgang von Rottweiler Platz machen konnten. Er schlief tief und fest und war schwer, sehr schwer, so dass einige der Mamis ihnen helfen mussten, ihn hineinzulegen. Lasst uns ihn doch wieder in Knuts Höhe bringen, sagte Fry. Und sie marschierten los.


Sie gingen wieder zur Hintertür und klopften. Hallo, da seid ihr ja wieder - was ist los? sagte eine freundliche Stimme, und da stand Onkel Ronny und schaute sie überrascht an.
Das ist Wolfgang von Rottweiler - Dr. Ochs hat ihn betäubt, und jetzt ist er bewusstlos, sagte Delilah und schaute ein wenig ängstlich drein. Halb so wild, sagte Onkel Ronny, das hat er mit mir auch mal gemacht, und es ist mir nichts passiert - kommt doch rein. Und all die Katzen und Hunde und ihre Mamis gingen hinein in den Bärenhof. Die Mamis freuten sich wie kleine Kinder, hinter die Kulissen sehen zu können - da stand das Fahrrad, da waren die alte Kragenbärin Mäuschen und ihre Katze Muschi und all die Sachen, die sie in den Abenschauvideos gesehen hatten ...
Es war richtig schön dort!

In diesem Augenblick ertönte ein Piepston.
Moment mal - das ist für mich, sagte Floyd, und kramte nach seinem Handy. Mein Papi, Shane, hat mir eben gesimst. Meine Mami hatte ihn wohl gefragt, was man machen könnte, damit wir irgendwann wieder nach Hause kommen, und er ist dann zur Küste in Worthing in England gegangen. Dort sind eine Menge Holzplanken angespült worden, und er wird daraus ein Zauberboot bauen, mit dem wir alle nach Hause segeln können - wird das nicht ein Spaß!
Als das Wort „Zauber“ fiel, begann Wolfgang von Rottweiler wachzuwerden. Wo bin ich? fragte er (wie man halt so fragt).


O fein - er sieht schon viel besser aus, sagte Yamuna.
Wolfgang von Rottweiler wickelte sich aus der Kuscheldecke und kletterte aus dem Schubkarren. Er war ein bisschen weich in den Knien, aber letztendlich doch okay. Onkel Ronny sagte: Das ist schon viel besser - o sieh mal, dort kommt Onkel Markus. Schau’n wir doch mal, was er zu sagen hat …

O Ronny, ich bin so froh, dich gefunden zu haben, sagte Onkel Marcus. Für uns ist es jetzt Zeit, Knuts Gehege zu reinigen. Alle müssen das Gehege sofort verlassen!

Als er das hörte, gab Wolfgang, der mittlerweile wieder einen klaren Kopf hatte, das Kommando: Mitglieder der KFA, auch du, Delilah, es ist an der Zeit, Knuts Gehege zu räumen.
Delilah weigerte sich, ihren Hochsitz auf dem Baum zu verlassen. Bodhi trat vor und sagte: Ich werde sie runterholen. Ich bin Experte im Klettern. Fragt nur meine Mami. Es dauert keine Minute, dann habe ich sie unten. Bodhi stellte sich auf die Hinterbeine und sprang in den Baum. Delilah war überrascht (und auch erfreut, denn Bodhi ist eine hübsche schwarzweiße Katze mit Smoking-Muster) -, stellte sich auf ihre vier Beine und schnurrte Bodhi an: Ich folge dir nach unten; ich hatte echt nicht vor, euch so viel Ärger zu machen. Bodhi lächelte; er war voller Bewunderung für Delilahs britischen Akzent. Kein Problem, sagte er, gern zu Diensten.

Nun waren alle Mitglieder der KFA und ihre Freunde wieder beisammen; ebenso ihre knutianischen Mütter. Sie versammelten sich vor Knuts Gehege. Dann ließ sich Rocco vernehmen: Liebe knutianische Mütter, ich möchte ja nicht unhöflich sein ... wir Mitglieder der KFA (und unsere Freunde) wissen ja, wie sehr ihr Knut liebt und wie gern ihr ihn sehen möchtet, ABER - das ist UNSER Abenteuer, und wir möchten UNSER Abenteuer zu Ende bringen. Also geht doch bitte nach Hause!

Man muss das dem kleinen Rocco nachsehen; das hier war das Abenteuer seines Lebens - seine Wurzeln lagen in Deutschland, und er hatte all die Mitglieder der KFA und King Knut persönlich kennengelernt. Seine Mutter dabeizuhaben (sorry, Catherine) setzte dem Spaß, den er und die KFA hatten, einen Dämpfer auf. Jawohl, sagte George, das ist eine sehr gute Idee. Hört, hört, skandierten Fry und Lila, und alle Haustiere schlossen sich an und stimmten Roccos Vorschlag zu.

Oh, sagten die knutianischen Mütter im Chor. Wir haben gar nicht bemerkt, dass wir stören.
Was genau habt ihr denn vor? Und wieso wären wir dabei im Weg?
Ihre Fragen wurden nicht beantwortet - die Mitglieder der KFA schauten sich nur vielsagend an. Dann schauten sie die Mütter an und dann wieder einander.

Catherine, die nicht gerne herumtrödelte und auch keineswegs die Absicht hatte, an einem Platz zu verweilen, wo sie nicht erwünscht war, kontaktierte sofort Captain Yeo, und unmittelbar darauf landete das Starship Knutiprise, um die knutianischen Mütter nach Hause zu bringen. Es folgte ein recht tränenreicher Abschied, und dann waren die Mitglieder der KFA und ihre Freunde wieder allein in Bärlin.

Jetzt können wir ein bisschen Spaß haben, freute sich Rocco und lächelte fröhlich.
Was sollen wir zuerst machen? Ich wollte immer schon reisen. Man hat mir vom Schwarzwald erzählt. Das hört sich ein bisschen unheimlich an … Oh, sagte Oso, wie wär’s mit etwas Nachtleben? Mit Kabarett zum Beispiel? … Oso begann leise zu singen „I love the night life, I’ve got to boogie …“. O nein, kein Nachtclub, sagte Yamuna. Wir haben doch Flocke und die kleine Star bei uns. Ganz sicher fällt uns etwas ein, an dem wir alle Spaß haben …

Teil VI